Y gehört zu den seltensten Anfangsbuchstaben der Pflanzenwelt. Fast alle echten Y-Namen sind Lehnwörter: Sie kommen aus dem Japanischen wie Yuzu, aus indigenen Sprachen Südamerikas wie Yareta, oder aus dem Griechischen wie Ysop. Genau deshalb ist die Liste kurz – aber ungewöhnlich international.
Pflanzen mit Y im Überblick
- Yucca (Yucca)
Deutsch Palmlilien. Trotz des Namens Yucca-Palme ist sie keine Palme, sondern gehört zu den Spargelgewächsen. Die Gattung ist rein neotropisch mit Verbreitungsschwerpunkt in Mittelamerika. Als Zimmerpflanze ist sie kaum umzubringen. - Yams (Dioscorea)
Auch Yamswurzel genannt. Die Gattung umfasst bis zu 800 Arten, überwiegend in den Tropen. Einige davon sind wichtige Nahrungs- und Heilpflanzen – in Teilen Afrikas ist Yams ein Grundnahrungsmittel wie bei uns die Kartoffel. - Ysop (Hyssopus officinalis)
Ein Lippenblütler, der seit mindestens dem 16. Jahrhundert als Gewürz- und Heilpflanze kultiviert wird. Sein herb-würziges Aroma passt zu deftigen Gerichten, seine blauen Blüten sind eine gute Bienenweide. - Ylang-Ylang (Cananga odorata)
Der tropische Baum liefert aus seinen Blüten das Ylang-Ylang-Öl, einen der wichtigsten Grundstoffe der Parfümerie. Nicht zu verwechseln mit dem Kletternden Ylang-Ylang (Artabotrys hexapetalus), der ähnlich duftet, aber eine Kletterpflanze ist. - Yacón (Smallanthus sonchifolius)
Eine Nutzpflanze aus den Anden, botanisch mit dem Topinambur verwandt – beide sind Korbblütler mit essbaren Wurzelknollen. Die Knollen schmecken süß und knackig und werden roh gegessen. - Yambohne (Pachyrhizus erosus)
In Mexiko heißt sie Jícama, was im Nahuatl so viel wie wasserhaltige Wurzel bedeutet. Die tropische Pflanze mit hohem Wärme- und Wasserbedarf wird heute auch in Afrika und Asien angebaut. Ihre Knolle wird roh in Salaten gegessen. - Yuzu (Citrus x junos)
Eine hybridogene Zitruspflanze, die in der japanischen und koreanischen Küche einen festen Platz hat. Ihre Schale ist extrem aromatisch, der Saft sauer – die Frucht selbst isst man kaum. - Yulan-Magnolie (Magnolia denudata)
Eine Magnolie aus dem östlichen China, die in den gemäßigten Zonen als Ziergehölz gepflanzt wird. Ihre größte Bedeutung liegt in der Zucht: Sie ist ein Elternteil der bekannten Tulpen-Magnolie. - Yareta (Azorella compacta)
Auch Llareta geschrieben. Der Doldenblütler bildet in den Anden steinharte, moosartige Polster und wächst extrem langsam. Weil er als Brennstoff gesammelt wurde und wird, sind seine Bestände stark zurückgegangen. - Yohimbe (Corynanthe johimbe)
Ein Baum aus dem tropischen Zentralafrika, von Kamerun und Gabun über das Kongogebiet bis Nigeria. Seine Rinde wird traditionell genutzt. - Ysander (Pachysandra)
Eine Gattung der Buchsbaumgewächse. Als immergrüner Bodendecker deckt Ysander auch dort zuverlässig, wo kaum Licht hinkommt. - Yatay-Palme (Butia yatay)
Auch Yatay-Geleepalme genannt. Die südamerikanische Palme wird leicht mit der kleineren, nah verwandten Butia capitata aus derselben Region verwechselt. - Yatabe-Frauenschuh (Cypripedium yatabeanum)
Eine Orchidee aus der Gattung der Frauenschuhe, beheimatet in Nordostasien und Alaska. - Ysopblättriger Weiderich (Lythrum hyssopifolia)
Auch Ysop-Blutweiderich genannt. Seine schmalen Blätter erinnern an Ysop, mit dem er nicht verwandt ist. - Ysopblättriges Gliedkraut (Sideritis hyssopifolia)
Ein Lippenblütler der südwesteuropäischen Gebirge. Arten der Gattung Sideritis werden im Mittelmeerraum als Bergtee aufgegossen. - Yoshino-Kirsche (Prunus yedoensis)
Die Zierkirsche, die Japans Kirschblüte prägt. In den Parks Tokios steht sie in großer Zahl, ihre Blüte dauert nur wenige Tage – ein Sinnbild für Vergänglichkeit. Im Handel läuft sie auch als Tokio-Kirsche. - Yucca filamentosa (Yucca filamentosa)
Deutsch Fädige Palmlilie. Namensgebend sind die Fäden, die sich von den Blatträndern lösen. Sie gilt als eine der robusteren Yuccas für den Garten. - Yucca brevifolia (Yucca brevifolia)
Deutsch Josua-Palmlilie oder Josuabaum, englisch Joshua Tree – Wahrzeichen der Mojave-Wüste. Das Artepitheton brevifolia bedeutet kurzblättrig, von lateinisch brevis für kurz und folius für blättrig. - Yucca gigantea (Yucca gigantea)
Als Riesen-Yucca oder Elefantenfuß-Yucca im Handel. Sie stammt aus Mittelamerika und ist die klassische Zimmer-Yucca. In der Literatur findest du sie oft noch unter dem älteren Namen Yucca elephantipes.
Warum in Y-Listen so oft englische Namen stehen
Im Englischen ist Y deutlich häufiger, vor allem durch yellow für gelb. Deshalb werden Y-Listen gern mit englischen Bezeichnungen aufgefüllt, die im Deutschen unter einem ganz anderen Buchstaben stehen:
Yewberry ist schlicht das englische Wort für die Frucht der Eibe (Taxus baccata) – auf Deutsch Eibe, also E. Yellow Birch ist die Gelb-Birke (Betula alleghaniensis), damit ein G. Yellow Waxbell meint die Wachsglocke (Kirengeshoma palmata), also W. Und Yellowhorn ist Xanthoceras sorbifolium, das Gelbhorn – im Deutschen ein G, botanisch ein X.
Besonders auffällig: Yellow Elder und Yellow Bells werden häufig als zwei verschiedene Pflanzen geführt. Beides sind gängige englische Namen für dieselbe Art, Tecoma stans, den Gelben Trompetenstrauch. Wer die englischen Namen nicht auflöst, hat die Pflanze zweimal in der Liste.
Fazit
Pflanzen mit Y sind rar, aber die echten haben Charakter: Der Josua-Baum prägt die Mojave-Wüste, die Yoshino-Kirsche färbt jedes Frühjahr die Parks Tokios rosa, und die Yareta wächst in den Anden so langsam und so dicht, dass man ihre Polster für Stein halten könnte. Wenn dir eine Y-Liste dagegen Yellow Bells und Yewberries anbietet, wurde nur das englische Wörterbuch bemüht.
